Dienstag, 9. Dezember 2014

Travel Nomad Diaries: "Backpacking in Indochina"










Es ist Weihnachten!
Ein Jahr mit vielen Höhen und einem ganz tiefen Tal.......geht zu Ende!
Nachdem jeder von uns mit seiner Familie gefeiert hat.......können Honey und ich endlich in Ruhe zusammen sitzen und unser eigenes kleines Weihnachten feiern........was in den letzten 10 Jahren kaum möglich war....da ich fast immer arbeiten mußte.
Dann die grosse Überraschung:
In einer Kiste mit viel Nix ist ein kleiner Umschlag versteckt......darin......(Trommelwirbel).......
.....ein Flugticket nach Asien!!!!! Danke Honey......meine Depressionen (nach einem schweren Unfall)....sind schon viel besser!?!





Und so geht es im für April für 6 Wochen los:
Von München aus fliegen wir mit Thai Airways nach Bangkok. Nach 5 Stunden Wartezeit im neuen Suvarnabhumi Airport, geht es in knapp 1 1/2 Stunden nach Ho-Chi-Minh-City....dem ehemaligen Saigon......der einstigen Hauptstadt der Republik Südvietnam!
Die Stadt ist voller Gegensätze: In Chinatown das alte asiatische Leben.....im French Quarter die beeindruckende französische Kolonialarchitektur.....und im neuen Bankenviertel der Aufbruch in die Neue Zeit. Nach einer Woche Sightseeing geht es weiter Richtung Meer: Mit einem sehr komfortablen Reisebus fahren wir in 5 Stunden an den bekannten Badeort Mui Ne, der 228km von Saigon entfernt liegt und bestaunen die roten Sanddünen am Meer. Doch das Südchinesische Meer ist nicht meins......zu stürmisch. Und so ziehen wir 220km weiter nach Nah Trang, dem einstigen Erholungsort der amerikanischen GIs im Vietnam War. Über 40Grad im Schatten......eine brutale Hitze.......am schönen Stadtstrand nicht auszuhalten. Stattdessen Sightseeing, denn Nah Trang hat sehr viel zu bieten und hier bekommen wir auch  unser schönstes Zimmer während dieser Reise........im "My Hoa Hotel" für 10$ mit Frühstück.





Dann geht es wieder 450km mit dem Bus zurück nach Ho-Chi-Minh-City und zu den Cu Chi Tunnels.....einem 250km langen Tunnelsystem welches schon die Vietminh gegen die französischen Kolonialherren gegraben hatten. Bei der geführten Tour durch die dichten Wälder stelle ich mir vor....wie es hier zu Kriegszeiten gewesen sein muss und stolpere fast in einen riesigen B52 Krater.


B52 Bomben Krater Cu Chi Vietnam


Plötzlich steht eine Vietkong-Puppe vor mir.....ich habe sie nicht gesehen.....genauso wenig die brutalen Fallen......die Tunneleingänge. Dann geht es in die erste Ebene eines Tunnels......kein Problem......doch schon bei der zweiten Ebene streikt mein Geist und mein Körper. Unvorstellbar hier unter leben zu müssen! Welch unvorstellbare Leiden die Menschen damals auf sich nehmen mussten......hier unten zu leben und bei der harten Erde die Tunnels zu graben......alles unter den Augen und Bomben der GIs. Umso erstaunlicher ist für mich die Reaktion der Vietnamesen auf die US-Amerikaner......"we look future not back"......sagte unser Guide "John".....dessen Vater (ebenfalls Guide).....ein Vietkong war und hier gelebt und gekämpft hat! Die Menschen blicken in die Zukunft.....auf ein besseres Leben......und lassen die Vergangenheit ruhen.








Nach dieser Zeitreise in die schmerzhafte Geschichte Vietnams.......geht es per Minivan und Boot über My Tho und Can Tho 280km durch das Mekong Delta nach Rach Gia. Nach zwei Übernachtungen in einem schnuckeligen Hotel fahren wir mit einer Fähre auf die größte Insel Vietnams........................Phu Quoc!
Eine Woche des Nichtstuns steht auf dem Programm und mit einem Fischkutter schippern wir bei ruhiger See zurück ans Festland.....nach Ha Tien.








Doch darauf hatte der Kapitän wohl keine Lust......wollte sicher zu seiner Geliebten der Strolch. So steigen wir in Küsten Nähe auf ein Longtailboot um und werden irgendwo in der Pampa an Land gebracht!?!?! Wo sind wir eigentlich?????? Nix Smartphone.....nix Internet......nix Google Maps!!!!!!! Nach einer Stunde Fussmarsch......deswegen Rucksack liebe Freunde.......endlich eine Straße. Nach einer weiteren Stunde.........ein Linienbus.........er hält......."yeah ha.......we love you man!?!"
Im Busbahnhof beginnt das grosse Pokern um die Taxipreise in die Stadt......nur welche?!?!????? Mit einem Mototaxi fahren wir zu dritt in die Stadt und unser Fahrer bringt uns zu einem kleinen Hotel mitten im Ort. Seine Tochter arbeitet dort und wir bekommen ein schönes Zimmer. Nach einer Dusche geht es auf den Night Market essen..........wirklich sehr süß hier.......aber wir wissen noch immer nicht wo wir sind......egal......easy going......thats Backpacking!?!!!! Am nächsten Tag stehen wir früh auf......denn heute geht es über die Grenze nach..............................................Kambodscha!







Ob der Grenzübergang für Ausländer geöffnet ist?????? Wir werden sehen!!!!! Und so geht es mit dem Moped auf Schotterpisten und traumhaften Reisfeldern an die Grenze und wir sind gefangen von der Schönheit dieser Landschaft. So habe ich mir Asien immer vorgestellt: Endlose Reisfelder......Palmen.......keine asphaltierten Straßen.......Wasserbüffel....... die Hitze......der Schweiß! Dann die Grenze: Ausreisen ist kein Problem.......aber die kambodschanischen Grenzsoldaten schauen sich fragend an und wir erfahren von einem Offizier, dass die Grenze für Ausländer erst seid ein paar Tagen offen ist und wir die ersten sind.......Champus???????????????? Nein................................5$ Bakschisch......haha......zahlen wir gerne. Von der Grenze aus geht es auf etwas besseren Straßen nach Kampot. 80km die wir nie vergessen werden......genauso wie die Fahrt mit dem Fischkutter. Es sind solch kleine Geschichten.....an die man sich ewig erinnern wird! Von Kampot aus fahren wir 130km mit dem Taxi......einem alten Benz.............nach Sihanoukville......für ganze 10US$!!!!!!!!









Im GS Guesthouse bekommen wir für 7US$ einen großen Bungalow und erkunden mit einem Moped erstmal die Gegend. Hier gibt es 5 Strände die alle in kurzer Distanz erreichbar sind und es gibt...........ein Gym. Yes......für eine Runde Khymer Boxen bin ich nach meiner OP noch nicht fit genug.......aber für ein einseitiges Workout reicht es.......darf meine linke Seite ja erst nach 6 Monaten wieder belasten. Sihanoukville.......hier treffen wir zum ersten mal auf russische Touristen. Denn hier wird viel von russischen Investoren gebaut und auf Koh Kong entstehen russische Luxushotels. Uns ist es hier eindeutig zu touristisch und so nehmen wir den Bus in die 225km entfernt liegende Hauptstadt Phnom Penh. Am Tonle Sap See quartieren wir uns in ein schönes Guesthouse ein und erkunden die Stadt. Was auffällt.....übrigens in ganz Kambodscha......ist der geringe Anteil an alten Menschen......und beim Besuch des Toul Sleng (Folter-) Gefängnisses erfährt man auch warum. Saloth Sar.....alias POL POT.......der grausame Führer und Bruder Nr.1 der Khymer Rouge und seine Clique wollten das kambodschanische Volk in den Steinzeit-Kommunismus zurück bringen. Intellektuelle waren die ersten auf den Todeslisten........zum Schluß brachten sie sich gegenseitig um.......da waren die Städte menschenleer......und an die 3 MILLIONEN Kambodschaner tod......."the Killing Fields of Cambodia"!!!!!!!

Anmerkung: Im Toul Sleng waren wir nicht in der Lage zu fotografieren oder zu filmen......zu grausam......zu unbeschreiblich war das Grauen welches wir dort gesehen haben. Und die Gesichter der Toten werden wir niemals vergessen!





Und wieder geht es mit dem Bus weiter.....320km bis Siem Reap......welches übersetzt "Blut der Siamesen" bedeutet.......dem Erzfeind des einstigen Reiches von Angkor. Im "Ivy Guesthouse" bekommen wir ein kleines einfaches Zimmer für 5US$.......mit perfekter Lage zum FRENCH QUARTER und dem OLD Market. Am nächsten Morgen heißt es sehr früh aufstehen: Um 05Uhr kommt unser privat gebuchter Tuk-Tuk Fahrer......mit ihm verbringen wir einen beeindruckenden Tag im ehemaligen Reich von Angkor!











Langsam neigt sich unsere Reise dem Ende zu. Doch mein persönliches Hightlight kommt erst noch: BANGKOK!!!
Die Fahrt im Bus zur Grenze nach Poipet wird zu einem Rodeoritt.....denn noch gibt es keine asphaltierte Straße.....einen Gepäckraum übrigens auch nicht......und so stapeln sich die Rucksäcke im Mittelgang.......auch das ist Backpacking!!!!!
In Aranyaprathet dann die übliche Abzocke: Der Bus wäre defekt und wir müssten 3 Stunden warten. Aber per Minivan könnte man gleich los......kostet nur 500 Baht......."hahaha......solche Gauner". Nachdem drei Minivans losgefahren sind kommt......oh ein Wunder der Bus!!!!!!!!!!!! Kurz vor Bangkok.....der schönste Sonnenuntergang den man sich vorstellen kann........und dann......sind wir Zuhause........in BANGKOK!
In fünf Tagen haben wir dann mit Shopping mehr ausgegeben als in fünf Wochen Backpacking........scheiß drauf......ich liebe diese verruchte Stadt.

 Sawadee Khap to Bangkok!





Montag, 8. Dezember 2014

Rückblick unserer Tour 2008 von Saigon nach Bangkok


War Museum






Mui Ne



Nah Trang























Nah Trang


















Cu Chi Tunnels









Phu Quoc Island


















Otres Beach Sihanoukville














Kambodschanische Chips



Angkor Wat